Mit dem European Song Contest ist es ein bisschen wie mit der EU. Die Länder treiben Handel miteinander und bezahlen mit Euro oder sie singen und geben sich Punkte. Wenn in der Wirtschaft ein Land in ein anderes mehr exportiert als es von dort importiert, erwirtschaftet es einen Handelsbilanzüberschuss. Das andere Land ein Handelsbilanzdefizit. Die Summe aller Überschüsse und Defizite ist null. Genauso wie die Summe aller gegebenen und bekommenen Punkte beim Grand Prix. (Die im Halbfinale ausgeschiedenen Ländern haben alle null Punkte). Lena Meyer-Landrut hat beim European Song Contest gewonnen, weil sie den größten Punkteüberschuss geschafft hat.

Analog profitiert Deutschland von der EU. Ein immenser Vorteil ist dabei die gemeinsame Währung. Stellt euch mal vor wie kompliziert das wäre, wenn griechische oder französische Punkte erst in deutsche Punkte umgerechnet werden müssten.

Die Einheitswährung „Punkt“ vereinfacht den Wettbewerb erheblich. Und auch, dass es keine Formalitäten bei der Verkündigung gibt. Solche „Handelsbeschränkungen“ wären ein echtes Hemmnis. Diese Argumente gelten auch für die Währungsunion. In ihr hat Deutschland die besten Chancen auf den Sieg. Wir müssen einfach nur sehr gut sein. Jammern oder schlecht singen hilft nichts. Genauso wie beim Song Contest schon die Spielregeln angepasst werden mussten, müssen diese auch in der Europäischen Union feinjustiert werden. Und noch wichtiger: Sie müssen eingehalten werden. Das gilt in erster Linie für die nationalen Neuverschuldungen. Wenn die notwendigen Anpassungen gelingen, kann aus einer holprigen Veranstaltung schnell wieder ein Mega-Event werden, der die Massen begeistert. Der gestrige Abend hat es bewiesen.

Endlich Frühling. Es ist toll. Zumindest versuche ich mir das einzureden. Deswegen höre ich beim Joggen Winnetous Filmmusik. Heute morgen war der Himmel noch blau und es war warm. Jetzt ist es kalt und es regnet.Tralàla.

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Vor gut einem Monat haben Frank Roth und ich die Initiative www.gruenderlust.de gestartet. Seither haben etliche Gründer von Ihrer Motivation berichtet, Unternehmer zu werden. Und sogar die Presse hat das Thema aufgegriffen. Das econo-Magazin hat als erstes über das Projekt berichtet.

Hier gibt’s den econo-Artikel über gruenderlust.de.

Wir suchen übrigens auch weiterhin Unternehmer, die sich einbringen wollen. Wer Interesse hat, soll mich einfach kontaktieren.

Jahrelang hat sich Baden-Württemberg im Erfolg historischer Unternehmensgründer gesonnt. Gottlieb Daimler, Carl Benz, Robert Bosch, Artur Fischer, Reinhold Würth und viele mehr haben den innovativen Ruf des Ländles begründet. Sie alle haben ihre Unternehmen zu Weltmarktführern mit Tausenden von Mitarbeitern entwickelt. Ökonomische Ruhmestaten, die heutzutage ihres Gleichen nur schwer finden.

Einige der baden-württembergischen Vorzeigeunternehmen haben durch die Wirtschaftskrise empfindliche Schrammen abbekommen. Vor allem die Unternehmen der Automobilbranche und solche, die von ihr leben. Für den verwöhnten Wirtschaftstandort BW kam das überraschend. Jetzt wird nach strukturellen Auswegen gesucht.

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„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt“. An diese Worte von John F. Kennedy musste ich kürzlich denken als sich in einer Talk Show ein Hartz-IV-Empfänger darüber beklagte, dass ihm die Arbeitsagentur in acht Jahren keinen geeigneten Job angeboten habe. Der ehemalige US-Präsident tat diesen Ausspruch anläßlich seiner Amtseinführung am 20. Januar 1961. Angesichts der immer noch nicht ausgestandenen Folgen der Wirtschaftskrise halte ich ihn 49 Jahre später wieder für zeitgemäß. Denn vor allem für den Arbeitsmarkt im kommenden Jahr sind die Aussichten trübe bis dramatisch.

Fast bin ich jedoch geneigt, diesen Talk-Show-Gast in Schutz zu nehmen. Denn anscheinend macht man das heutzutage so. Nach dem Staat und seinen Millionen und Milliarden schreien. Steuergeschenke hier,  sonstige Vergünstigungen da. Blöd, wer’s nicht tut, oder? Was kümmert uns schon die Rekordverschuldung des Staats.

Interessant, dass Kennedy in einer Zeit Präsident wurde, in der sich die Vereinigten Staaten mitten in einer Rezession befanden. Dass an einigen Stellen staatliche Unterstützung in diesen Zeiten notwendig ist, um das Schlimmste zu vermeiden, ist unbestritten. Ich wünsche mir jedoch auch in unserem Land Politikerinnen und Politiker, die an die Schaffenskraft aller Mitbürger appellieren anstatt wiederholt vor lobyistischem Egoismus einen Kotau zu machen. Leider hat unsere Bundeskanzlerin die Chance auch in ihrer Neujahrsansprache wieder nicht genutzt.

Bis sich „da oben“ endlich etwas ändert baue ich meine Hoffnung auf diejenigen, die die Krise als Chance begreifen und sich dem globalen Wettbewerb stellen. Denn beispielsweise der Durchschnittschinese kämpft hart darum, unsere Bequemlichkeit eines Tages zu erreichen. Dafür arbeitet er mehr und günstiger als wir. Ob uns das nun gefällt oder nicht.

Auf dem Spielfeld der globalisierten Wirtschaft, die ganz massiv unseren Arbeitsmarkt beeinflußt, bieten sich angesichts der Problemfülle ganz hervorragende Chancen. Für diejenigen zumindest, die ihre Komfortzone verlassen und ihren Mitbürgern Problemlösungen anbieten, für die diese bereit sind, Geld zu bezahlen. Das ist eine Möglichkeit etwas für unser Land zu tun. Ob man das (noch) freiwillig tut oder (schon) erzwungenermassen spielt dabei allenfalls motivatorisch eine Rolle.

Zwei Monate habe ich ausgespannt. Den Kopf entleert. Das Leben ohne Termine, Meetings, Telefonate und eMails genossen. Dann hat es wieder angefangen zu kribbeln. Womöglich geht es einem Musiker ähnlich, wenn er nach einer langen, harten Tournee erstmal abspannen muss. Aber nach kurzer Zeit holt er die Gitarre wieder hervor oder setzt sich ans Klavier und klimpert darauf herum. Die ersten Melodien erklingen und die schon lange gehegte Idee für das neue Album gewinnt Konturen. So hat sich das bei mir angefühlt, nur dass mein Keyboard klappert statt zu klimpern.

Es ist dieses Erschaffen von etwas Neuem, das die Leidenschaft fürs Gründen ausmacht. Copycats (das Kopieren eines Geschäftsmodells aus den USA) sind so langweilig wie das Covern fremder Songs. Auf der sprichwörtlichen grünen Wiese zu stehen und sich vorzustellen, was dort entstehen und wachsen kann, ist der Start eines neuen Abenteuers. Was soll das Business sein? Wie das Produkt aussehen? Wer genau fällt in die Zielgruppe? Welche Probleme – neudeutsch „Pains“ – hat diese? Und wie lässt sich damit Geld verdienen? Wer baut mir das Produkt? Wie bringe ich es an den Mann? Gibt’s so etwas vielleicht schon? Wieviel Invest braucht das Business Model bis es fliegt? Will ich das selbst finanzieren oder suche ich Investoren? Welche Förderprogramme gibt es? Und überhaupt, wie soll das Baby heissen?

Ja, diese Herausforderungen machen Spass. Mehr als das. Es ist pure Lust. Der eigenen Vorstellungskraft und Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Herausforderungen, die das Abenteuer mit sich bringt sind vergleichbar mit den Gegenspielern auf dem Fussballplatz. Ohne die macht Fussballspielen auch keinen richtigen Spass. Womit wir auch wieder bei der grünen Wiese wären.

Nach über acht Jahren bei Netviewer habe ich beschlossen, wieder etwas Neues zu „unternehmen“. Am 12. August werde ich daher mein Amt als Vorstandsvorsitzender niederlegen. Es war eine fantastische Zeit, in der wir uns im Bereich Web-Collaboration weltweit eine Spitzenposition erarbeitet haben und es zum führenden europäischen Anbieter gebracht haben. Die vielen Auszeichnungen, die die Firma und ich bekommen haben, spiegeln den Spass und die Erfolgsgefühle, die wir hatten, nur unzureichend wider.

Mein Ziel war immer, die Firma so aufzustellen, dass sie ohne mich funktioniert. Nach wichtigen Weichenstellungen ist es jetzt möglich, dass ich mich aus dem operativen Geschäft zurückziehe. Als Chief Strategic Advisor werde ich dem Unternehmen jedoch weiter eng verbunden bleiben.

Natürlich betrachte ich die Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Nach so langer Zeit das Baby (das längst keines mehr ist) zu verlassen, das man einst auf der grünen Wiese gegründet hat, weckt viele wehmütige Gefühle. Zahlreiche Menschen kommen mir in den Sinn, mit denen ich grosse Teile dieses Wegs gegangen bin. Tolle Momente beim Feiern von Aufträgen oder bei Preisverleihungen. Heisse Diskussionen um neue Produkte, Strategien oder Aktionen. Und – wer sie miterlebt hat, weiss wovon ich spreche – die vielen Parties auf den Dachterrassen, auf Messen oder bei jeder sich sonst bietenden Gelegenheit.

Der Blick nach vorne aber ist noch einen Tick besser. Es ist ein Gefühl von Aufbruch und Abenteuer, das mich an meine vielen Reisen erinnert. Es ist die Vorfreude darauf, wieder etwas Neues zu erschaffen, etwas zu gestalten, das es so noch nicht gibt. Was das sein wird, mag ich noch nicht sagen, weil ich noch daran feile. Aber ich werde auf diesen Seiten selbstverständlich darüber berichten, wenn es spruchreif ist.

Bis dahin werde ich u.a. meine zwei Blogs „gesund leben“ und „Bizztips“ weitertreiben. Und ab und zu werde ich auch twittern. Wer mit mir in Kontakt bleiben will, tut das am einfachsten über xing, LinkedIn oder Twitter.

In diesem Blog werde ich zukünftig zu verschiedenen Themen, die mir wichtig sind oder durch den Kopf gehen, Beiträge veröffentlichen. Zu speziellen Bereichen habe ich bereits seit einiger Zeit eigene Blogs. Die entsprechenden Links zu „gesund leben“ und „Bizztips“ findet ihr oben im Menü.

Wer Lust hat, kann mir auch auf Twitter folgen (@schweinbenz). Dort wie hier werde ich versuchen, Nachdenkenswertes und Spannendes von mir zu geben. Wer einen Kommentar abgeben will, ist herzlich dazu eingeladen.

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